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Runen - altgermanische Lautzeichen


Als altgermanische Lautzeichen sind die Runen die erste und damit ursprünglichste Schrift unserer Vorfahren. Das germanische Runenalphabet, nach seinen Anfangsbuchstaben "Futhark" genannt, besteht in der Regel aus 24 Zeichen. Wie die zumeist in Stein gemeiselten Inschriften bezeugen, wurden die Runen ähnlich unserem heutigen lateinischen Alphabet zur schriftlichen Kommunikation, sowie zur Ausgestaltung von Denk- und Grabmälern genutzt. Zudem war es allgemein üblich, Runen in Schwerter zu ritzen, um die Waffe mit den entsprechend magischen Fähigkeiten auszustatten, so dass dem Schwertbesitzer während eines Kampfes zum Sieg verholfen werden sollte. Wie aus dieser Tatsache hervorgeht, wurden die Runen keinesfalls ausschließlich für den Schriftverkehr genutzt, sondern hatten darüberhinaus eine hohe magische Bedeutung.

Runen - altgermanische Zeichen

Magisch ist auch die Legende, die von der Herkunft der Runen zeugt. Demnach hat der oberste germanische Gott Wotan (nordisch: Odin), Herr des Kampfes, des Krieges und der Weisheit, unter anderem aber auch ein Sinnbild der allem innewohnenden Schöpferkraft, die Runen im Rahmen eines Intuitionsrituals entdeckt und im Moment größter Not zu nutzen gewusst, als er als Selbstopfer und vom Speer gezeichnet am windigen Baum hing. Wotan griff nach den am Boden liegenden Runen und fiel vom Baum, wodurch er gerettet war. Die Runen wurden und werden daher traditionell angewandt, um zur Überwindung eines bestimmten Schicksals den rechten Rat einzuholen, verborgene Tatsachen ans Licht zu bringen oder aber um kommende Ereignisse vorhersagen zu können. Nicht umsonst lautet ein germanisches Sprichwort: Runen raten rechten Rat.

Magische Symbolkraft der Runen

Beim Befragen der Runen manifestierte sich deren magische Symbolkraft. Hierbei warf man die im Regelfall aus oder auf Buchenholz gestalteten Runen auf ein Tuch und zog aus der jeweiligen Lage der Zeichen die erforderlichen Rückschlüsse. Denn die Runen besaßen nicht nur einen phonetischen Wert, sondern waren darüberhinaus mit einer bestimmten Symbolik behaftet. So steht beispielsweise die Rune N für Not. Die Rune N soll in diesem Fall dazu beitragen, die inneren Kräfte zu aktivieren. Gemäß dem Motto "Mach aus der Not eine Tugend. Helf dir selbst, dann hilft dir Gott" soll die Rune zur Eigeninitiative anregen und Energien mobilisieren.

Die Rune O für Odala steht für Erbe, das sowohl im materiellen, wie auch genetischen Sinn verstanden werden kann, während die X-förmige G- Rune Gebo als Opferrune das Geben, Schenken und eben auch das Opfer thematisiert. Oft werden die Runen daher als Amulette an einer Kette um den Hals getragen, um dem Träger Glück zu bringen oder eine bestimmte Wrikung zu erzielen. Darüberhinaus existiert ein spezielles Bewegungsmuster, das sich an der Symbolkraft der Runen orientiert und gewisse Ähnlichkeit mit dem Yoga aufweist.