Esoterik - Mystik - Spiritualität und Übernatürliches

Okkultismus


Okkultismus ist das Bestreben, Verborgenes wissenschaftlich zu erforschen und zu erklären. Er bildet den Oberbegriff für eine Reihe an Geheimwissenschaften, welche sich mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigen, die durch Naturwissenschaften nicht oder noch nicht erklärt werden können. Okkulte Praktiken sollen es dem Nutzer ermöglichen, Kontakt mit einer im Normalfall unzugänglichen Welt in Kontakt zu treten. Diese Praktiken umfassen neben den bekanntesten wie Karten legen und Pendeln unter anderem auch Telekinese und Psychokinese. Als "okkult" gelten aber auch Wissenschaften wie Astrologie, Magie und Alchemie.

Begriff Okkult

Der Begriff Okkultismus lehnt sich an den lateinischen Begriff "occultus" an und bedeutet so viel wie "verborgen" oder "geheim". Oftmals wird Okkultismus als Synonym für den allgemeiner gefassten Begriff der Esoterik gebraucht. Das Adjektiv "okkult" wurde bereits im Mittelalter benutzt, um nicht-wahrnehmbare Eigenschaften von Dingen zu bezeichnen (zum Beispiel Magnetismus oder die medizinische Wirkung verschiedener Heilkräuter). Eine negative Konnotation erhielt dieses später mit dem Aufkommen der Naturwissenschaften, da okkulten Eigenschaften "Unerforschbarkeit" nachgesagt wurde.

Dieser wissenschaftliche Ursprung ist jedoch nur eine Ansicht. Andere sind der Auffassung der Begriff "okkult" wurde im Mittelalter im Zusammenhang mit versteckt praktizierenden Gruppen gebraucht. Zu dieser Zeit wurden Zauberei, Dämonen- und Hexenglaube und Naturheilkunde unter dem Begriff Aberglauben zusammengefasst. Okkulte Gruppen waren gezwungen im Verborgenen zu agieren, da nicht-christliche Praktiken und Glauben strikter Ablehnung gegenüberstanden. Sie lieferten sich ein stetiges Versteckspiel mit der christlichen Kirche und wurden für ihre Vergehen schwer bestraft, oftmals mit dem Tod. Alle Anstrengungen diesen Aberglauben "auszumerzen" blieben jedoch erfolglos und okkulte Praktiken haben sich bis in die Neuzeit erhalten.

Modernen Okkultismus

Als Wegbereiter des modernen Okkultismus gilt der französische Schriftsteller Eliphas Lévi (1810-1875), der esoterische Themen in zahlreichen Schriften behandelte. Interessanterweise war Lévi selbst Diakon. Okkultismus und Religion schließen sich somit nicht von vornherein aus. Im Gegenteil, der Übergang zwischen beiden Gebieten ist fließend. Ähnlich ist es mit Satanismus. Okkultismus ist keinesfalls mit diesem gleichzusetzen, jedoch können beide Ähnlichkeiten in Praktiken oder Lehren aufweisen.

Mitte des 20. Jahrhunderts verlor der Okkultismus jedoch den Charakter einer Geheimpraktik und gewann zunehmend an Popularität. In den Esoterik-Abteilungen von Buchhandlungen kann man nicht nur Bücher mit ausführlichen Anleitungen erwerben, sondern auch die Werkzeuge für okkulte Praktiken wie Pendel, Tarotkarten und Runensteine. Horoskope finden sich in Tageszeitungen und Zeitschriften. Damit gehört der Okkultismus heutzutage zum Alltag.