Esoterik - Mystik - Spiritualität und Übernatürliches

Hermetik - Die Geheimlehre


Die Hermetik ist eine Geheimlehre, die ihren Ursprung in der Antike hat, sich aber im Lauf der Geschichte mit vielfältigen okkulten und esoterischen Grundströmungen verflochten hat.

Der Begriff "Hermetik" geht zurück auf den Namen einer antiken Figur, der gottähnlichen Gestalt des "Hermes Trismegistos". Der Hermes Trismegistos ist ein Wesen, das sich aus einer Vereinigung des griechischen Gottes Hermes und der ägyptischen Gottheit Thot ergeben hat, vom Grundprinzip quasi eine griechische Version der heiligen Dreifaltigkeit. Wann genau die Hermetik entstanden ist, ist unklar. Formuliert wurde sie erstmalig im ersten Jahrhundert n. Chr., das abendländische Weltbild prägte sie aber bis weit ins 17. Jahrhundert hinein.

Hermes Trismegistos

Hermes Trismegistos gilt landläufig als Verfasser des Corpus Hermeticus, der hermetischen Schriften, von denen allerdings nur ein winziger Bruchteil bis heute überliefert werden konnte. Der Corpus besteht aus einer Vielzahl an Traktaten in Brief-, Predigt-, und Dialogform.

In den Schriften bezieht sich Hermes auf unterschiedlichste Themengebiete. Philosophie und Theologie werden angesprochen, sowie medizinische, astrologische und alchemistische Fragen. Auch abstraktere Themen wie Magie und Mystik werden diskutiert. Die Diskussion dreht sich hierbei auch um Überlegungen zur Reinkarnation und Reinigung, zur mystischen Vereinigung mit dem Schöpfer und der Welt und zur Natur der Seele. Der Corpus formuliert auch Gedanken zur Entstehung der Welt, zur Art und Gestalt des Kosmos und zum Verhältnis zwischen menschlicher und göttlicher Weisheit.

Hermetik im Mittelalter und der Renaissance

Im Mittelalter beeinflusste die Hermetik auch die christliche Spiritualität, wurde allerdings oft nur in Kreisen von Eingeweihten praktiziert. Erstaunlicherweise wurde die Geheimlehre mehr und mehr zu einem akzeptierten Teil der Kirche. Weit davon entfernt, ihnen heidnische oder sogar ketzerische Grundtendenzen zu unterstellen, studierte man die antiken Weisheiten und hütete das alte Wissen wie einen kostbaren Schatz. Freilich durften nur eingeweihte Mitglieder der Kirche sich an diesem Schatz bereichern. Die Beschäftigung der Kirche mit hermetischen und esoterischen Themen stand im Zeitalter der Hexenverbrennungen in keinem Widerspruch zur Verurteilung mystischer Praktiken unter dem bürgerlichen Volk.

In der Renaissance schließlich zog die hermetische Lehre immer weitere Kreise. Sie nahm bedeutenden Einfluss auf verschiedene geistige und philosophische Strömungen und differenzierte sich immer weiter aus. Heute existiert die Hermetik in vielen Ländern noch als Grundlage moderner esoterischer Praktiken, wobei sich auch hier die Themengebiete beständig erweitern. Zwar ist es immer noch eine Philosophie, die nur von Eingeweihten akzeptiert und angenommen wird. Theoretisch ist die Hermetik aber für jeden Interessierten zugänglich.