Esoterik - Mystik - Spiritualität und Übernatürliches

Geschichte der Esoterik ( Epoche: Mittelalter)


In der Epoche des Mittelalters wurde die Geschichte der Esoterik teilweise im Kulturraum der Christen vergessen, wohin gegen sie im Raum des Islam gut bewahrt und Teil der jüdischen Mystik wurde. Es entstanden zahlreiche neue Klöster, die die Mystik bewahrten und sie sich somit auch immer mehr nach Norden ausbreiten konnte. Im 5. und 16. Jahrhundert tauchten Schriften auf, die für die Mystik im Mittelalter eine wichtige Rolle spielten und dessen Autor Dionysios Areopagita hieß und wahrscheinlich ein Zeitgenosse von Paulus war. Dionysios war ein Vertreter einer Theologie, die platonistisch und "negativ" geprägt war und in der wer verdeutlichte, dass Gott unzugänglich für alle herkömmlichen Erkenntnisse ist. Eine "Eignung" mit Gott sei nur möglich, wenn auf alles herkömmliche Wissen verzichtet wird. Außerdem stellte Dionysios als erstes eine Rangordnung der Engel auf, welche Wesen sind, die zwischen Gott und den Menschen vermitteln. Heute ist bekannt, dass diese Schriften erst frühestens am Ende des 5. Jahrhunderts entstanden sind, da daran gezweifelt wurde, ob der Autor von Paulus erwähnt wurde.

Ab dem 8. Jahrhundert

Da ab dem 8. Jahrhundert im Süden Spaniens die Mauren herrschten, die hinsichtlich der Religion sehr tolerant waren, konnten sich alle in ihrer Religion entfalten, egal ob sie islamistisch, christlich oder jüdisch waren. Johannes Scotus Eriugena war ein Philosoph im 9. Jahrhundert und eine wichtige Person der Mystik im frühen Mittelalter, da seine Lehre von Dionysios beeinflusst war und er eine erste Übersetzung ins Lateinische vorlegen konnte, sodass diese Werke auch Auswirkungen auf den Westen hatte. Eines der wichtigen Themen dieser Lehre war die so genannte "Gottwerdung", also eine Art Rückkehr des Menschen zu Gott. Im 13. Jahrhundert wurden jedoch die meisten Exemplare zerstört, da der Papst es verordnet hatte.

Die Katharer sind eine spirituelle Bewegung, die seit dem 12. Jahrhundert bekannt ist, bis auf deren Ursprung, und deren Schwerpunkt aber im Norden Italiens und in Südfrankreich gelegen haben muss. Da sie von der katholischen Lehre aber zu stark abwich, wurde sie bekämpft. Die Katharer sahen Christus als einen Erlöser, der vom Himmel geschickt wurde und nicht als einen Menschen und dass die Seele eines Menschen aus der Welt, die finster und materiell betrachtet wurde, in die "Lichtheimat" zurückkommen werde. In der Gemeinschaft der Katharer herrschte eine strenge Hierarchie und nur diejenigen, die in strenger Askese lebten galten zu den "Vollendeten" und lernten die Geheimlehre kennen. Da sich diese Bewegung zu einer Konkurrenz der römisch- katholischen Kirche entwickelte und im Prinzip das genaue Gegenteil war, kam es von der römischen Seite zu einem Kreuzzug und das Katharertum wurde komplett vernichtet.

Esoterik im 12. Jahrhundert

Im 12. Jahrhundert wurde eine neue mystische Lehre bekannt, die jüdische Kabbala, welche für das Judentum wichtig war und später auch eine große Bedeutung im Bereich der Esoterik spielte. Die Kabbala hielt sich zunächst an die Thora, die Heilige Schrift, konnte aber später eine eigene Lehre aufbauen, welche sich stark auf die magischen Elemente bezogen hatte. Einige der Kabbalisten waren der Ansicht, dass man durch die direkte Erfahrung im mystischen Bereich eine Art "absolutes Wissen" erreichen kann, ohne dass man eine Interpretation der Thora mit einbezieht.

Esoterik im 13. Jahrhundert

Im Bereich des offiziellen Christentums des 13. Jahrhunderts findet man auch bestimmte Teile, die später zur Esoterik zählen zum Beispiel die kosmologischen Lehren, die Vorstellung der spirituellen Transformation und das Denken in Entsprechungen. Beispiele dafür findet man in Deutschland, nämlich die Mystikerin Hildegard von Bingen, eine platonische Schule in Frankreich (Schule von Chartes), den Visionär Joachim von Fiore in Italien, eine Schule in Oxford und in Spanien die Lehre des Mallorquiners Ramon Llull. 1300 wird jedoch Imaginatives durch die Durchsetzung des Averroismus abgelehnt.

Mystik im 14. Jahrhunder

In Deutschland, England, Italien, den Niederlanden, Frankreich und Spanien gab es viele bedeutende Mystiker. In Deutschland waren die wichtigsten die Dominikaner Meister Eckhart, Johannes Tauler und auch Heinrich Seuse. Im 14. Jahrhundert spürte die Mystik einen Aufschwung, da nicht mehr nur das Lateinische gesprochen wurde, sondern die Vertreter die jeweilige Sprache des Landes sprechen konnten. Das gemeinsame Ziel der Mystiker war die mystische Vereinigung/Kommunion der Menschen mit Gott (Unio mystica), obwohl sie eine Vielfalt des Erlebens im Inneren geschildert haben. Eine neue Richtung erlangte die Mystik durch den Höhepunkt im Mittelalter, nämlich durch das mystische Denken von Eckhart. Diese neue Richtung sollte bis in die frühe Neuzeit wirken. Er verstand die Mystik als eine besondere Art und Weise zu Denken und nicht als eine ekstatische Verzückung. Diese Denkweise geht weit über Schlussfolgerungen und Argumentationen hinaus und führt zu einer "Einswerdung" und zu einem Erfassen des Absoluten. Auch er deutet damit auf Dionysios Areopagita hin und den Neuplatonismus. Er nutzte oftmals die deutsche Sprache und wurde daher zu dem Vertretet der platonistischen Richtung mit der wohl mächtigsten Wirkung in der christlichen Theologie. Er schaffte dies, obwohl einige Teile dieser Lehre als Häresie bezeichnet wurden und seine Verbreitung der theologischen Erörterung, welche sehr schwierig war. kritisiert wurde.

Im Mittelalter waren schon Praktiken aus der Esoterik bekannt, wie zum Beispiel die Magie oder auch die Astrologie. In der Magie war auch schon die Beschwörung (Invokation) von sowohl Engeln als auch Dämonen enthalten. In der Theologie war auch der Dämon als ein gefallener Engel anerkannt. Im 12. Jahrhundert spielte erst die Alchemie eine Rolle, welche von Quellen in Spanien ausging, die arabisch- muslimische Wurzeln hatte.